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#Österreich gegen Meningitis

11. Juni 2019

Die Gesundheit unserer Kinder und unsere eigene ist das Wichtigste. Warum dies also gefährden? Warum entscheiden sich immer noch viele gegen das Impfen? Ich muss gestehen, dass ich das nicht verstehen kann. Meine Kinder sind geimpft. Aber dieser Beitrag soll keine Diskussion über das Impfen sein, sondern ich möchte hiermit eine bessere Informationsbasis für Meningokokken-Erkrankungen schaffen. Jeder soll es für sich und sein Kind selbst entscheiden.

Zögern hinsichtlich Impfungen zählt zu den 10 größten Bedrohungen für die globale Gesundheit.

WHO

Im Rahmen einer Aufklärungskampagne veranstaltete GSK Anfang April eine Informationsveranstaltung zum Thema Meningokokken. Mama Bloggerinnen, Vertreter von GSK, der Kinderarzt und Intensivmediziner Dr. Alexander Schneider sowie der Betroffene Hannes kamen zusammen, um über Meningitis zu informieren.

Der Erfahrungsaustausch stand bei dieser Veranstaltung im Vordergrund. Hannes, ein Betroffener, der mit 18 Jahren an der gefährlichen Meningokokken-Meningitis erkrankte, erzählte von seinen Erfahrungen mit der Krankheit. Es hat sehr viel Glück gehabt und hat keine Folgeschäden erlitten.

Der Betroffene Hannes empfielt: „Wenn man Nackenschmerzen oder Kopfweh hat und es sich nicht so anfühlt, wie man es kennt oder sich die eigenen Kinder schlecht fühlen und man als Mutter oder Vater ein ungutes Gefühl hat, sollte man nicht zögern und auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen“ 

Was sind Meningokokken?

Eine Meningokokken-Erkrankung ist eine seltene doch sehr ernst zu nehmende und sehr bedrohliche Erkrankung. Sie kann sich unter anderem entweder durch eine Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) zeigen. Diese Krankheit wird durch Bakterien (Meningokokken) ausgelöst. Diese kommen weltweit vor und werden über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Küssen usw.) übertragen. 10-20% der Bevölkerung tragen Meningokokken bereits in sich. Sie können diese Bakterien an andere weitergeben ohne selbst zu erkranken. Die Inkubationszeit ist sehr kurz und beträgt 2-10 Tage.

Die Meningokokken Bakterien werden in 12 Serogruppen unterteilt. Die Serogruppen A, B, C, W und Y sind davon die bekanntesten und auch gefährlichsten. Am häufigsten kommt in Österreich der Typ B vor, gefolgt von C und Y.

Im Jahr 2017 wurden in Österreich 20 bestätigte Fälle von Meningokokken Erkrankungen registriert. 5 Erkrankungen verliefen tödlich. 63% der bestätigten Fälle wurden durch Meningokokken B verursacht.

Dr. Alexander Schneider (Intensivmediziner und Kinderarzt): „Als Kinderfacharzt, der in der Kinderintensivstation an der Wiener Universitätsklinik für Kinder- & und Jugendheilkunde arbeitet, habe ich leider bereits dramatische Verläufe bei einer Meningokokken-Erkrankung gesehen. Fast alle Kinder, die mit einer Meningokokken-Infektion zu uns kamen und im Folge der Erkrankung eine Sepsis (Blutvergiftung) erlitten, sind daran gestorben.“

Generell kann jeder eine Meningokokken Erkrankung erleiden. Aufgrund des unreifen Immunsystems können allerdings Säuglinge am häufigsten und besonders schwer an Meningokokken erkranken. Säuglinge, Kleinkinder (bis 4 Jahre) sowie Jugendliche sind besonders gefährdet.

Stärker gefährdet sind Jugendliche vor allem durch ihr Sozialverhalten, z.B. Rauchen, Küssen, Besuche von Großveranstaltungen, Parties.

Auf welche Symptome muss man achten?

Das größte Problem bei einer Meningokokken-Erkrankung ist, dass man es zu Beginn oft nicht schnell genug erkennt. Da diese Krankheit sehr rasch verläuft, ist eine schnelle Behandlung lebensrettend. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Erkrankung dauert es in der Regel nur drei bis vier Tage.

Anfangs zeigen sich oft unspezifische und grippeähnliche Symptome. Dazu kommen oft starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifheit.

Dr. Alexander Schneider (Intensivmediziner und Kinderarzt): „Falls ihr Kind aber sehr krank wirkt, fiebert und auch nicht gut auf fiebersenkende Medikamente reagiert, dann rate ich dazu, einen Kinderarzt aufzusuchen oder in die nächstgelegene Ambulanz zu gehen. (Andere Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und punktförmige Hautblutungen können auch auftreten) Dort kann man zum Beispiel anhand eines Fingerstichs unterscheiden, ob es sich um eine bakterielle oder eine virale Infektion handelt und dementsprechend agieren/therapieren.“

Diagnosehilfe „Glastest“

Meningokokken-Infektionen äußern sich häufig durch rot-violette, anfangs nur punktförmige Hautflecken. Im Gegensatz zu anderen Ausschlägen verschwinden diese nicht, wenn man mit einem durchsichtigen Trinkglas fest dagegen drückt. Bei solchen Verdachtsfällen muss man unverzüglich ärztliche Hilfe aufsuchen.

Der Verlauf von Meningokokken-Infektionen kann zu bleibenden Schäden führen oder sogar tödlich sein. 20% der Überlebenden leidern dauerhaft an Folgeschäden.

Wie kann man sich schützen?

Laut Empfehlung des österreichischen Impfplans ist die beste Prävention gegen eine mögliche Erkrankung die Impfung. Da Meningokokken oft innerhalb der Familie übertragen werden, ist eine möglichst frühe Impfung (ab dem vollendeten 2. Lebensmonat) ratsam. Andere Impfungen werden vom österreichischen Impfgremium zu späteren Zeitpunkten empfohlen.

Dr. Alexander Schneider (Intensivmediziner und Kinderarzt): „Leider sind fast alle Kinder, die mit einer Meningokokken-Infektion zu uns kamen und im Folge der Erkrankung eine Sepsis (Blutvergiftung) erlitten, daran gestorben. Sie konnten trotz medizinischer Behandlung nicht gerettet werden. Daher war ich als Arzt und Vater so erleichtert, als entsprechende Impfungen auf den Markt kamen, durch die man endlich die nötigen Vorsorgemaßnahmen treffen konnte, um Babys und Kinder vor dieser mitunter todbringenden Erkrankung zu schützen.“

Dr. Susanne Döpper (Medical Scientific Liaison Vaccines, GSK): „Da es verschiedene Gruppen von Meningokokken gibt, existieren auch unterschiedliche Impfungen. Ihr Kinderarzt informiert Sie über die einzelnen Impfungen. Der österreichische Impfplan empfiehlt die Impfungen gegen Meningokokken B, C und ACWY.“

Ich möchte an dieser stelle keine Empfehlung für eine Impfung abgeben. Ich möchte nur informieren und ein Bewusstsein für diese schwere und gefährliche Krankheit schaffen. Eine Meningokokken-Erkrankung ist zwar selten, aber es gibt immer genau diesen einen Fall. Genau dieser eine Fall kann auch in der eigenen Familie sein. Falls es vorkommen sollte, dann sollte man informiert sein und schnell handeln, denn bei dieser Erkrankung zählt jede Minute.

Weitere Informationen findest du auf der Webseite Meningokokken-Erkrankungen, sowie auf der Facebook-Seite Mein Baby & Meningokokken.

Dieser Beitrag entstand in einer entgeltlichen Kooperation mit  GlaxoSmithKline Pharma GmbH.

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2 Comments

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    Reply Stephanie 20. Juni 2019 at 23:13

    Hi Martina,
    vielen Dank für den sehr informativen Beitrag zum Thema Meningitis. Mir sind nun vieles klarer und vor allem ich weiß wie man sich schützt.
    LG Stephanie

    • Martina
      Reply Martina 22. Juni 2019 at 1:01

      Liebe Stephanie,
      es freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat. Das Wichtigste ist wirklich informiert zu sein, wenn es darauf ankommt. Im Notfall kann man dann richtig und schnell handeln, oder sich am Besten bereits schützen, bevor es soweit kommt.
      Ganz liebe Grüße
      Martina

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